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Fotoreise ins Värmland

Reisebericht im Magazin echt

Normalerweise beginnt unsere Schwedenreise gleich im Heimathafen Rostock. Diesmal sind wir von Sanitz nach Saßnitz (Rügen) gefahren, um von dort mit der neuen Katamaran-Fähre und mit ordentlichem Speed nach Ystad (Schweden) zu gleiten. Bei einem Frühstück im Bordrestaurant verging die 2,5-Stunden-Überfahrt wie im Fluge. Das Wetter passte, der Katamaran schaukelte kaum, Seekrankheit war kein Thema. Die Autofahrt durch Schweden verlief dann wie immer gemächlich und entspannt, da hier außerorts maximal 90 km/h und 110 km/h auf den Autobahnen vorgeschrieben sind.
Unser Ziel war der See Billingen bei Klässbol im Värmland, auf halbem Weg zwischen dem großen See Vänern und der norwegischen Hauptstadt Oslo gelegen.

Auf einer Anhöhe oberhalb des Seeufers stand unser kleines Ferienhaus und hatte alles, was man sich für einen erholsamen Urlaub am See wünscht. Der Vermieter hatte sogar ein paar zusätzliche Raffinessen im Angebot, wie einen Whirlpool im Freien, Fahrräder und ein Motorboot am Steg. Nur die Sauna war noch im Aufbau.
Den ersten Urlaubstag verbrachten wir im Shoppingcenter an der norwegischen Grenze in Charlottenberg, da es wie aus Eimern schüttete. Das war aber auch der einzige Regentag
in zwei Wochen. So konnten wir die restliche Zeit mit Natur- und Kulturerlebnissen genießen.
Das Wunderbare an Schweden, was uns immer wieder hierherzieht, ist die Natur mit den klaren Seen, felsigen Hügeln und tiefen Wäldern. Besonders beeindruckt hat uns
diesmal das Naturreservat Glaskogen, welches sich über 28.000 ha erstreckt. Hier kommen Naturliebhaber zu Fuß auf bis zu insgesamt 300 km Wanderwegen und beim Paddeln auf dem Wasser der 30 Seen auf ihre Kosten. Für eine geringe Gebühr können sie die Übernachtungs- und Schutzhütten, Feuerstellen und Toiletten nutzen. Die Glaskogen-Besucherkarte gibt es online oder in Lenungshammar zu kaufen. Hier liegt auch der Ausgangspunkt aller Touren und das Informationszentrum des Naturreservates mit Campingplatz, Bootsverleih und kleinem Lebensmittelladen.
Wir wanderten bei schönem Wetter auf schmalen Trampelpfaden durch Blaubeersträucher und Heidepflanzen, sprangen über Wasserläufe und kühlten die Füße am Seeufer. Die angeknabberten Baumstämme am Wasser verrieten, dass hier Biber wohnen – leider haben wir keinen zu Gesicht bekommen. Im Waldgebiet leben auch Luchse, Wölfe und Bären, die aber sehr menschenscheu sind. Der Wald sieht aus wie im Märchen. Im weichen Moos und unter Gras wachsen Unmengen von Pilzen. Das bedeutet, man sucht hier keine Pilze,
sondern man sammelt sie einfach. Da wir aber schon mehrere Pilzportionen verdrückt und getrocknet hatten, ließen wir sie diesmal stehen und naschten nur von den
Blaubeeren. Ein wunderbares Gefühl, die Stille zu genießen und nur dem leisen Rauschen der Blätter im Wind, den Vogelrufen und manchmal den weitentfernten Stimmen
der Kanufahrer zu lauschen. Wer im Westen in Värmland unterwegs ist, sollte unbedingt in diesem Naturparadies entschleunigen.

veröffentlicht im Magazin Echt

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