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Fotoreise durch Südwest-England

Nord-Devon und Cornwall

Nach dem Flug mit guter Sicht von Berlin nach Newquay stieg ich zum ersten Mal in ein Auto, bei dem ich rechts am Steuer saß und links schalten musste. Dann ging es los auf die, für mich, falsche Fahrbahn. Das war echt ungewöhnlich. Als dann die Straßen immer enger und von meterhohen Hecken begrenzt wurden, die eigentlich nur Platz für ein Fahrzeug hatten, schwitzte mein „Beifahrer“ Thomas langsam. Kreisverkehr, bei denen mehre Kreise ineinander übergingen, forderten meine volle Aufmerksamkeit und ich brauchte einige Tage, um mich an die Verkehrssituation zu gewöhnen.

Unsere FEWO war über dem Strand von Putsborough an der Nordküste von Devon. Hier haben wir eine Woche lang jeden Abend den Sonnenuntergang genossen. Obwohl wir einige Regensachen dabeihatten, lt. Empfehlungen anderer England-Besucher, brauchten wir diese nur einmal auspacken, ansonsten war hier genau wie in Deutschland Hitzewelle.

Die erste Küstenwanderung im Exmoor Nationalpark führte uns von Lynton nach Lynmouth und war schon beeindruckend. Vom Berg „Hollerday Hill“ hat man eine wunderbare Aussicht.
Im Süden des Nationalparks steuerten wir Castle Hill an, ein 20 ha großer Park, mit Herrenhaus und Garten.
Zu Fuß, und nur zu Fuß möglich, streiften wir durch die engen Straßen eines kleinen Fischerdorfs, namens Clovelly. Das Dorf ist in Privatbesitz und wird durch Eintrittsgelder erhalten. Eine Straße führt steil bergab zum Hafen, vorbei an niedlichen weißen Häusern. Mit Schlitten transportieren die Bewohner ihre Einkäufe nach Hause. Die Straßen sind gepflastert und glatt und ich war froh, dass ich meine Wanderschuhe angezogen hatte.
Den für mich schönsten Garten haben wir in Torrington besucht, den RHS Garden Rosemoor, der von der Königlichen Gartenbaugesellschaft gefördert und gepflegt wird. Verschiedene Gartenbereiche, wie Rosengarten, Cottage-Garten, Nutzgarten, Staudengarten und Park zeigen hier, was Gartengestaltung ausmacht. Übrigens haben wir die Gärten immer am Nachmittag besucht, als die Besucherströme, die Temperaturen und die Sonnenstrahlen nachließen.
Weitere empfehlenswerte Gärten in Cornwall sind:
- Trebah - ein Garten mit Wasserlauf und riesigen Pflanzen, wie Bambus, Palmen, Mammutblatt und Hortensien. Hier unbedingt im Sommer Badesachen einpacken, da ein kleiner Strand am Gartenende einlädt.
- The Lost Gardens of Heligan, ein geheimnisvoller Garten, der fast vergessen wurde und von der Familie Tremayne wieder zum Leben erweckt wurde. Hier wachsen Rhododendron zu stattlichen Bäumen. Ich empfehle Gartenfreunden als Reisezeit den Mai zur Blütezeit.
- Lanhydrock – Ein Herrenhaus, mehr als 200 Jahre alt, in dem eine reiche Familie wohnte und jetzt Besuchern das damals moderne Leben näherbringt. Der viktorianische Garten ist formal gestaltet mit großen, in Form geschnittenen Eiben und Beeten, die von kleinen Hecken umrahmt sind.

Ab Lee in Nord-Devon sind wir zum Morte Point gewandert, durch einen dschungelähnlichen Wald, über Wiesen, auf denen Schafe weideten und vorbei an einem Friedhof der an der Steilküste von Mortehoe thronte. Das Highlight war der urige Strand, der bei Ebbe die Steine und Felsen freigab und an dem wir uns über ein kühles Bad freuten. Weiter zum Leuchtturm und zurück nach Lee. Das ist eine sehr abwechslungsreiche Wanderung aus dem Rother Wanderführer Cornwall-Devon (Nr. 47). Allerdings sind die Zeitangaben eher für sportliche Wanderer, die keine Pausen machen und strammen Schrittes laufen.

In Cornwall gibt es wunderbare breite Surfer-Strände, wie der bei Gwithian. Man kann hier bei Ebbe kilometerweit wandern und zwischen den rotgelben Fähnchen baden gehen, denn da ist bewachter Badebereich - übrigens besser zu erkennen, als bei uns an der Ostsee.

St. Michael’s Mount ist eine Insel mit Schloss und Kapelle vor dem Ort Marazion, die man bei Niedrigwasser zu Fuß erreicht. Leider kamen wir zu spät, man sollte sich die Gezeitentermine vorher besorgen. So fuhren wir mit einem Boot mit vielen Touristen anstatt zur Insel zu pilgern. Ich hatte einen winzigen Moment Zeit für Fotos vom Schloss ohne Touristen auf dem Bild einzufangen.

Einige weitere Stationen machten wir im beschaulichen Fischerdorf Mevagissey, in Tintagel, einem bedeutenden Ort in der Artus-Sage und am Lizard Point, dem südlichsten Punkt der Lizard-Halbinsel, wo Seehunde schlafen, indem sie die Nase aus dem Wasser zur Sonne hochstecken.

Ich kann nur sagen, es lohnt sich auf jeden Fall, Südwestengland zu besuchen. Vielleicht machen meine Foto-Impressionen den Einen oder Anderen neugierig.

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